'Eigenes Öl mitbringen'; mal etwas aus der Sicht eines Selbständigen, der ähnliche Diskussionen hat.
Wolfgang67: "Der Händler soll ja gerne etwas verdienen, ich bin aber nicht bereit ..."
Die Kalkulationsgrundlagen eines Betriebes sind vielen Angestellten oft nicht klar, weil sie in ihrem Berufsleben damit nichts zu tun haben. Zunächst einmal muß sich jede, wirklich jede betriebliche Leistung an der Finanzierung der Gemeinkosten beteiligen.
Das erklärt bspw. die Coperta in der italienischen Gastronomie oder die Tatsache, daß in Deutschland auch ein Glas Leitungswasser berechnet wird. Im Detail macht das jeder anders, aber die Gemeinkosten müssen nun einmal möglichst breit finanziert werden.
Gelegentlich leite ich externe Kosten (z.B. Kran, Gerüst, Steiger) 1:1 an den Kunden weiter. 1:1 bedeutet gleichwohl einen prozentualen Aufschlag für meine Gemeinkosten. Diese Leistung erhöht nämlich meinen Umsatz und auf diesen zahle ich Steuern.
Gelegentlich verarbeite ich kundeneigenes Material. Hierbei sind zwei Dinge zu beachten. Anders als betriebliches Material (das beinhaltet eine Marge im Rahmen der Mischkalkulation) trägt es nicht zur Rendite bei, was selbstverständlich zu einem Aufpreis in der Verarbeitung führen muß. Außerdem übernehme ich natürlich keinerlei Gewährleistung auf materialbedingte Schäden.
Das Ganze wird transparent erklärt und sehr unterschiedlich vom Interessenten aufgenommen. Mancher wird nach der Klärung Kunde und mancher nicht.
Die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge sind eigentlich recht simpel.
Auch ich führe gelegentlich Gespräche, in denen ein Interessent mir darlegt, welche Marge er mir zugestehen möchte; er habe sich ausführlich informiert ...
Dann beenden wir eben freundlich unsere zarte Beziehung, bevor sich beide ärgern.
Nichts für ungut!
VG micha